Entwickler meistern Sicherheit: Share & Learn-Reihe – Offenlegung sensibler Daten

Die Offenlegung sensibler Daten war in den letzten Jahren für einige der bekanntesten und folgenschwersten Datenpannen verantwortlich, wie etwa den katastrophalen Marriott-Vorfall, bei dem über 300 Millionen Kundendatensätze gestohlen wurden, und weitere 150 Millionen beim Angriff auf Equifax. Der Angreifer benötigt hierfür ein mittleres Maß an technischem Know-how und manchmal spezielle Ausrüstung, doch für Hacker ist dies in vielen Fällen nicht allzu schwierig, zumal es Tools gibt, mit denen sich einige der Angriffsschritte automatisieren lassen.
Die Offenlegung sensibler Daten tritt immer dann auf, wenn Informationen, die nur für autorisierte Personen bestimmt sind, unverschlüsselt, ungeschützt oder nur schwach geschützt an Unbefugte gelangen. Meist betrifft dies Daten, die Hacker stehlen wollen, wie Kreditkartennummern, Benutzerkennungen, Geschäftsgeheimnisse und persönliche Informationen, die möglicherweise durch Gesetze und Branchenvorschriften geschützt sind.
Hacker können sensible Informationen stehlen, wenn diese ohne Verschlüsselung gespeichert werden oder wenn das Verschlüsselungsverfahren indirekt angegriffen wird. Anstatt zu versuchen, eine starke Verschlüsselung direkt zu knacken, stehlen sie Kryptoschlüssel oder greifen die Daten an, wenn sie in einen unverschlüsselten Zustand versetzt werden, etwa bei der Vorbereitung für den Transport.
In dieser Folge erfahren Sie:
- Wie Angreifer die Offenlegung sensibler Daten herbeiführen können
- Warum die Offenlegung sensibler Daten so gefährlich ist
- Techniken zur Behebung dieser Schwachstelle.
Wie nutzen Angreifer die Offenlegung sensibler Daten aus?
Die Offenlegung sensibler Daten geschieht normalerweise dann, wenn Websites keine starke Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zum Schutz der Daten verwenden oder wenn das Schutzkonzept ausnutzbare Schwachstellen aufweist. Dies kann auch passieren, wenn die verwendete Verschlüsselung besonders schwach oder veraltet ist.
Hacker versuchen oft, die Verschlüsselung zu umgehen, wenn sie nicht konsequent überall eingesetzt wird. Wenn beispielsweise eine Benutzerdatenbank Informationen verschlüsselt speichert, diese aber beim Abruf automatisch entschlüsselt, könnte ein Hacker eine der in diesen Blogs bereits behandelten Methoden nutzen, wie etwa SQL- oder XML-Injection, um die Datenbank zur Entschlüsselung zu zwingen. Die Daten werden dann für den Hacker entschlüsselt, ohne dass dieser weiteren Aufwand betreiben muss. Warum eine Stahltür aufbrechen, wenn man einfach den Schlüssel stehlen kann?
Auch eine schwache Verschlüsselung ist ein Problem. Wenn Kreditkartendaten beispielsweise mit einem veralteten Verfahren gespeichert werden, könnte es kritisch werden, wenn ein Hacker eine Schwachstelle wie Local File Inclusion nutzt, um die gesamte Datenbank auf seinen Computer zu kopieren. Wären die erbeuteten Daten mit einem starken Standard wie AES-256-Bit verschlüsselt, wäre es deutlich schwieriger, sie zu knacken. Bei einer schwächeren oder veralteten Verschlüsselung, wie dem alten DES-Standard, kann ein Hacker mit spezieller Ausrüstung, etwa einem Rack aus Grafikprozessoren (GPUs), die Verschlüsselung in relativ kurzer Zeit brechen.
Warum ist die Offenlegung sensibler Daten gefährlich?
Die Offenlegung sensibler Daten ist gefährlich, weil sie unbefugten Benutzern Zugriff auf geschützte Informationen ermöglicht. Wären die Daten nicht wichtig, wären sie nicht geschützt – jede Verletzung dieses Schutzes führt daher zwangsläufig zu Problemen. Eine Situation, in die kein Unternehmen geraten möchte.
Wie schwerwiegend die Folgen einer Offenlegung sensibler Daten sind, hängt von der Art der betroffenen Daten ab. Werden Benutzer- oder Passwortdaten gestohlen, können diese für weitere Angriffe auf das System genutzt werden. Die Offenlegung persönlicher Informationen kann Benutzer anfällig für Folgeangriffe wie Identitätsdiebstahl oder Phishing machen. Unternehmen drohen zudem hohe Bußgelder und behördliche Maßnahmen, wenn die offengelegten Daten gesetzlich geschützt sind, etwa durch den Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA) in den USA oder die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Europa.
Die Offenlegung sensibler Daten verhindern
Der Schutz vor der Offenlegung sensibler Daten beginnt mit einer starken, aktuellen und durchgängigen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung im gesamten Unternehmen. Dies gilt sowohl für Daten im Ruhezustand als auch während der Übertragung. Es reicht nicht aus, sensible Daten nur im Speicher zu verschlüsseln. Wenn sie vor der Verwendung oder dem Transport entschlüsselt werden, können sie durch einen sekundären Angriff, der einen Server zur Entschlüsselung verleitet, offengelegt werden.
Daten während der Übertragung sollten immer durch Transport Layer Security (TLS) geschützt werden, um eine Offenlegung durch Man-in-the-Middle-Angriffe oder andere Attacken auf bewegte Daten zu verhindern. Zudem sollten sensible Daten niemals irgendwo im Netzwerk zwischengespeichert werden. Sensible Daten sollten entweder stark verschlüsselt gespeichert oder per TLS geschützt übertragen werden, damit Angreifer keine Schwachstellen vorfinden.
Erstellen Sie abschließend ein Inventar der sensiblen Daten, die Ihr Unternehmen schützt. Wenn es keinen Grund gibt, diese Daten zu speichern, löschen Sie sie. Warum sich ohne jeden Nutzen potenziellen Problemen aussetzen? Daten, die ein Unternehmen nicht vorhält, können auch nicht gestohlen werden.
Weitere Informationen zur Offenlegung sensibler Daten
Weitere Informationen finden Sie in den Hinweisen von OWASP zum Thema Offenlegung sensibler Daten. Sie können Ihr neu erworbenes Wissen zur Verteidigung auch mit der kostenlosen Demo der Secure Code Warrior-Plattform testen, die Cybersicherheitsteams zu erstklassigen Cyber-Experten ausbildet. Um mehr über die Abwehr dieser und vieler weiterer Bedrohungen zu erfahren, besuchen Sie den Secure Code Warrior-Blog.
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